young leaders Akademie – Ein Kommentar, zwei Perspektiven

young leaders Akademie – Ein Kommentar, zwei Perspektiven


Bild: © young-leaders GmbH

6 Tage lang, maximal 6 Stunden Schlaf pro Nacht, ganz viel Input, viele tolle Teilnehmer, großartige Referenten!

Was sich wie ein Werbetext für diese Veranstaltung anhört, ist tatsächlich meine subjektive Meinung. Zusammen mit 100 ehrenamtlich engagierten Jugendlichen aus ganz Deutschland hatte ich die Möglichkeit an der ylA in Altötting teilzunehmen.

Sechs Tage lang hatten wir die Möglichkeit, interessante Workshops zu durchlaufen, Vorträgen zuzuhören und über diese zu diskutieren.

Die Akademie wurde durch die young leaders GmbH organisiert, welche auf solchen Veranstaltungen die Vernetzung unter Jugendlichen anstrebt. Und dieses Ziel wurde erfüllt. Neue Freundschaften schlossen sich innerhalb dieser Tage, so auch zwischen mir und der Teilnehmerin Emma Bertaggia. Sie hat sich netterweise dazu bereit erklärt, einen Kommentar zu schreiben, den wir im Folgenden in diesen Bericht eingliedern werden.

Aber erst einmal dazu, wie wir überhaupt zu der Teilnahme gekommen sind:

Zunächst einmal zu meiner Person:

Ich heiße Emma, bin 17 Jahre alt und habe in Altötting zum ersten Mal die Möglichkeit bekommen, an einer young leaders Akademie teilzunehmen. Erstmalig hat mich mein Tutor auf das Programm aufmerksam gemacht, weil ich in der Schule als Kurs- und Stufensprecherin, Schülervertreterin der Fachschaft Philosophie sowie weitere ähnliche Aufgaben an meiner Schule übernehme. Über den Newsletter der young leaders GmbH bin ich dann auf die Akademie gestoßen und habe mich „auf gut Glück“ beworben, da ich das Programm sehr ansprechend fand und ich die Hoffnung hatte, neue Kontakte knüpfen und viele neue Eindrücke sammeln zu können.

Ich wurde von unserer AG-Leitung angesprochen ob ich nicht, angesichts meiner Beschäftigung in verschiedenen Ehrenämtern, Interesse an einer Teilnahme bei der young leaders Akademie hätte. Auch wenn ich vorher noch nie von dieser Organisation gehört hatte, bewarb ich mich, zu meiner Überraschung erfolgreich.

Ein paar Tage vor Anreise bekam ich eine Mail von den Organisatoren, ob ich Interesse an einer Fahrgemeinschaft habe. Da es mir durchaus sinnvoll erschien, schon einmal erste Kontakte zu knüpfen sagte ich zu. Ich habe schnell gemerkt, dass viele Teilnehmer*innen mit ähnlichen Interessen aber durchaus verschiedenen Charakteren an der Akademie teilnahmen. Dies machte die Gespräche sehr interessant und abwechslungsreich.   

Nachdem ich die Zusage erhalten habe, wurde mir unkompliziert ein universell einsetzbares Ticket via Mail zugestellt, mit dem ich jeden Zug von meinem Startbahnhof nach München nehmen konnte. Um nicht allein quer durch Deutschland fahren zu müssen, habe ich young-leaders kontaktiert, um eine Fahrgemeinschaft bilden zu können. Die Organisation hat meine Anfrage auch sehr zeitnah an weitere Teilnehmer*innen aus meiner Region gesendet, sodass ich schnell eine breite Resonanz erhalten habe. Im Endeffekt sind wir dann mit sieben Teilnehmer*innen gemeinsam nach München gereist. Rückblickend war es toll, weil ich bereits vor dem Beginn der Akademie während der Zugfahrt erste Bekanntschaften schließen und interessante Gespräche führen konnten. Die Abreise funktionierte ebenso problemlos. In München angekommen, erwartete mich und meine Mitreisenden ein gut organisierter, unkomplizierter Check-in und eine anschließende Stadtführung durch die bayrische Landeshauptstadt. Anschließend wurden wir per Bus zu unseren Unterkünften gebracht und konnten schnell unsere Zimmer beziehen. Als etwas ungünstig habe ich die Aufteilung der Teilnehmer*innen auf zwei Unterkünfte wahrgenommen, weil ich des Öfteren gerne noch Gespräche mit Teilnehmer*innen hätte weiterführen wollen, welche in einer anderen Unterkunft untergebracht wurden. Da wir aber erst gegen 24h Nachtruhe hatten, war auch dies an den Folgetagen machbar.

Es gab kaum Probleme bei der An- und Abreise, auch wenn die Züge aufgrund der Osterferien sehr voll waren. Der Check-in verlief unkompliziert und wir erhielten eine sehr interessante Stadtführung durch München.  Schade fand ich, genau wie die Ko-Autorin dieses Kommentars, dass die Teilnehmer*innen in verschiedenen Unterkünften untergebracht waren, da die Diskussionen über die Themen der Akademie auch nach den Vorträgen abends oft noch weitergingen. In der Regel bildeten sich nach dem Programm in der Jugendherberge oder im Hotel kleinere Gruppen, die dann miteinander diskutierten oder Spiele wie z.B. Werwolf spielten. Andere wanderten abends nach Österreich. Teilnehmer*innen aus getrennten Unterkünften wurden i.d.R. von Anderen zur entsprechenden Unterkunft zurück gebracht. Generell herrschte eine sehr verantwortungsbewusste Atmosphäre.

Leider mussten nach einigen Tagen eine wieder abreisen, da diese positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Unter dem Hauptthema der Nachhaltigkeit wurde verschiedene Aspekte sehr interessant von verschiedenen Referent*innen dargestellt. Aufgrund eines plötzliches Krankheitsfalles eines Referenten, konnte dieser nur via Zoom zugeschaltet werden. Ein anderer konnte aufgrund eines Autounfalls nicht erscheinen. Dennoch waren die Vorträge sehr interessant, auch wenn ich teilweise Schwierigkeiten hatte, manchen Diskussionen zu folgen. 

Die Akademie selbst war eine unvergessliche Erfahrung! Obgleich es manchmal etwas schwierig war, der Diskussion anderer Teilnehmer*innen zu folgen, wenn sich auf Themen bezogen wurde, die in meinem Unterricht noch nicht so ausführlich besprochen wurden, gab es doch kein Thema, das mich gar nicht interessiert hat. Dies ist wohl zum großen Teil den hervorragenden Referent*innen zu verdanken, weil man diesen die Begeisterung für ihr jeweiliges Fachgebiet anmerken konnte, und das hat sich auch auf die Teilnehmer*innen (oder zumindest mich) übertragen. Vor allem ein Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz der Zukunft“ hat mich besonders begeistert, weil die Referentin für ihren Themenbereich wirklich gebrannt hat und das, obwohl ich vorher kein wirkliches Interesse für Informatik aufbringen konnte.

So entstanden sowohl im Plenum als auch während der Pausen immer spannende Diskussionen zwischen Teilnehmer*innen und Referent*innen.

Als Redaktionsleitung des EvenTTeams habe ich den in der Akademie integrierten Jugend-Presse-Kongress für sehr interessant empfunden. Mit der Hilfe von Profi-Journalist*innen der Welt, Bild und des Spiegels lernten die Teilnehmer*innen, wie man richtig recherchiert, zitiert und Texte leserfreundlich gestaltet. Auch wurden die Prinzipien großer Nachrichtenhäuser erklärt. Im Anschluss gestalteten die Teilnehmer*innen in verschiedenen Gruppen ein Webmag, TV-Magazin und eine Kongresszeitung. Unterstützt von Experten, welche Kurzvorträge über die verschiedenen Themen der Kongresszeitung und des Webmags hielten, ging es dann in die redaktionelle Arbeit. Auch wenn die Zeit in manchen Gruppen etwas knapp wurde, war dies doch eine durchaus interessante Erfahrung. 

Als beeindruckend, wenn auch enorm anstrengend habe ich den Jugendpressekongress in Erinnerung. Innerhalb eines Tages haben wir Workshops von Profi-Journalist*innen bekommen und konnten das erworbene Wissen sogleich durch das Erstellen einer Kongresszeitung, eines TV-Magazin oder eines Webmags anwenden. Trotz der knappen Zeit entstanden so viele großartige Projekte und wir konnten selbst erfahren, wie kurz ein paar Stunden eigentlich für eine Redaktion sind.

Begleitet wurde der Tag von Fotografinnen und Vertreterinnen der Presse. So wurde der Tag ausführlich dokumentiert. An den übrigen Tagen fotografierten Teamer*innen die Akademie.
Schade ist, dass wir nur in einem sehr begrenzten Rahmen einige dieser Fotos zur Verfügung gestellt bekommen haben. Ich hätte mich gefreut, mehr Fotos als Andenken bekommen zu
können

An einem Abend hatten wir die Möglichkeit uns über verschiedene Studiengänge zu informieren. Unter dem Motto #startklar – Abi und dann? berichteten Teamer*innen und auch manche Referent*innen sowie die Kongressleitung hier über Studienorte, Stipendien, Auslandaufenthalte und ähnliches. Auch wenn natürlich nicht jeder Studiengang vertreten war, konnten die meisten Teilnehmer*innen relevante Informationen für sich mitnehmen. 

Auch das Projekt #startklar war toll, weil wir die Möglichkeit bekommen haben, uns mit Student*innen zu unterhalten und sämtliche Fragen zum Studium und verschiedenen Fachrichtungen zu stellen.

Alles in allem war die Akademie eine einzigartige Erfahrung, wie ich sie mir kaum hätte vorstellen können. Auch wenn natürlich nicht alle Teilnehmer*innen immer einer Meinung waren, durfte ich während der Akademie eine großartige Debatten- und Streitkultur erfahren. Ich bin sehr froh, weiterhin mit einigen Teilnehmer*innen in Kontakt sein zu dürfen. 

Die gesamte Akademie wäre ohne die anderen Teilnehmer*innen nur halb so interessant geworden. So habe ich die Atmosphäre während der ganzen Woche trotz des eng gestrickten Programms stets als konzentriert und zugleich freundlich und wertschätzend wahrgenommen. Ebenso war das Verhältnis zwischen Teamer*innen und Teilnehmer*innen immer entspannt.

Auch nach der Akademie bin ich noch in regem Austausch mit vielen Teilnehmer*innen und hoffe, dass daraus langfristige Kontakte entstehen.

All das hat die Akademie meiner Meinung nach zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht, sodass es wirklich schade ist, dass nur eine einmalige Teilnahme die Regel ist. Aber dadurch bekommen mehr engagierte junge Menschen die Möglichkeit, an der Akademie teilzunehmen und ich freue mich für jeden, der diese Chance bekommt.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Emma Bertaggia für ihre wertvollen Gedanken und ihren Aufwand bedanken.